Dienstag, 9. Dezember 2008

Geld, Wechselkurs und seine spezielle venezuelanische Variante

Ja auch wenn dies gerne ein sozialistisches Land wäre, um Geld dreht sich doch vieles und abgeschafft wurde es hier auch noch nicht. Aber denoch ist es hier doch etwas speziell. Aber der Reihe nach. Die Währung hier heisst Bolivar Fuerte, bis letztes Jahr hiess sie nur Bolivar, nachdem man aber 3 Nullen weggestrichen hat nannte man sie dann fuerte, also stark..naja wieauchimmer, sie ist jedenfalls alles andere als stark.
Sie ist nämlich an den Dollar gekoppelt und es gibt einen festen Wechselkurs, durch den man für einen Dollar 2.15 Bolivar fuerte bekommt. Leider geht dies aber nur in die eine Richtug. Was ist hier nun also los. Das Wechseln von Währung ist nur eingeschränkt möglich. Jeder Venezuelaner darf 5000 Dollar im Jahr tauschen, sprich sich für ca 10000 Bolivar die 5000 Dollar ertauschen, mehr geht im Jahr nicht, also man kann nicht einfach zu Bank marschieren und Bolivar in Dollar tauschen. Da dies so ist entsteht natürlich etwas was immer passiert...es entsteht ein Schwarzmarkt. Jap es gibt einen so genannten Schwarzmarkt für Dollar oder Euro, harte Währung eben. Da die viele Venezuelaner gerne in die USA, oder Europa reisen, oder sogar ein Konto dort besitzen versuchen viele ihre Bolivar loszuwerden. Auf dem Schwarzmarkt bekommt man daher momentan für 1 Dollar ca. 4.5 Bolivar also mehr als doppelt so viel als der offizielle Kurs. Dieser Kurs ist so inoffiziell offiziel, dass es sogar websites gibt auf denen man den Kurs nachschauen kann. Er orientiert sich wohl an verschiedenen Faktoren, aber wie er genau entsteht kann ich auch nicht sagen. Er orientiert sich wohl etwas am Aktienkurs der Venezuelanischen Telefongesellschaft und steigt normalerweise immer zu Weihnachten an, da dann viele Leute Geld brauchen, um zu verreisen oder Geschenke in den USA zu kaufen.
Venezuelaner haben zwar alle Kreditkarten, wenn sie nun aber im Ausland etwas damit kaufen wollen, müssen Sie aufpassen, dass sie nicht über das 5000 Dollar Limit kommen. Diese Geldmarktpolitik und die allgemeine Wirtschaftliche Lage in Venezuela haben dazu geführt, dass es wohl das Land in Lateinamerika ist, dass die höchste Inflation hat mit ca. 30 % (offiziell) und geschätzen 70%. Wie komme ich auf 70 %. Ich habe mir sagen lassen, dass das MittagsMenü in einem der Restaurants, in den wir essen gehen jetzt 18 statt 10 Bolivar vor einem Jahr kosten, wie auch der Burger bei McDonalds wohl von 10 auf 17 Bolivar innerhalb eines Jahres gestiegen ist. An den Preisen sieht man schon eine weitere Besonderheit von Venezuela. Alles ist sehr teuer. Wenn man mit offiziellem Kurs umrechnet, fängt man an zu weinen...und selbst mit dem inoffiziellen Kurs ist es nicht günstig. Burger bei Mc 17 Bolivar wären offiziell 8 Dollar..., 2 l Cola im Supermarkt 5 Bolivar wären offiziell 2,5 Dollar. Im Supermarkt wenn ich den Wagen komplett vollmachen würde wäre ich sicher ca. 500 Bolivar los, was nach inoffiziellem Kurs immernoch 90 Euro sind. Wie die Leute hier überleben, gute Frage, hab ich mir bisher auch noch nicht ganz erklären können. Aber ich bleib am Ball, um dies auch noch herauszufinden...

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